Fazit Projektjahre 1 und 2: Die Nachbarschaftshilfe ist im Bezirk Küssnacht gut angelaufen

Seit dem April 2017 ist im Bezirk die Nachbarschaftshilfe unter dem Namen freiwillig & engagiert 60plus aktiv. Vermittelt werden freiwillige Personen, welche ältere Menschen im Alltag unterstützen oder ihnen Gesellschaft leisten.

Dass die Nachbarschaftshilfe im Bezirk Küssnacht bereits gut funktioniert und die freiwilligen Helferinnen und Helfer bemerkenswerte Leistungen erbringen, zeigt ein Vergleich der beiden ersten Projektjahre. Die Anzahl der freiwilligen Einsätze ist von 16 im ersten Projektjahr auf 29 im zweiten Projektjahr angestiegen. Die Zahl der geleisteten Stunden hat sich von 371 auf 826 mehr als verdoppelt.

Einblick in die Tätigkeit
Einen anschaulichen Einblick in die Nachbarschaftshilfe geben die Interviews mit zwei der rund 20 Freiwilligen, die sich im Projekt freiwillig & engagiert 60plus enga-gieren.

Interessierte Freiwillige und Nutzer
wenden sich bitte an die Infostelle für Altersfragen des Bezirks Küssnacht: Monséjour – Zentrum am See, Quaistrasse 2, 6403 Küssnacht am Rigi. Öffnungszeiten: Mon-tagnachmittag, 13.30 bis 16.30 Uhr oder nach telefonischer Vereinbarung: 041 850 08 66 / 041 854 02 51

Die Freiwillige Silvia Steffen (links) und Vermittlerin Mägi Binder sind überzeugt: «Die Nachbarschaftshilfe im Bezirk Küssnacht ist eine sehr gute Sache.»

Im Gespräch mit einer Freiwilligen und der Vermittlerin

Silvia Steffen, Freiwillige
Inserate in der Lokalzeitung machten Silvia Steffen vor rund anderthalb Jahren auf die Nachbarschaftshilfe im Bezirk aufmerksam. «Da ich mich für solche Einsätze fit und beweglich fühlte, meldete ich mich bei der Infostelle für Altersfragen. Kurz darauf, am 24. Januar 2018, erhielt ich den ersten Auftrag», blickt die 80-jährige Küssnachterin auf ihren Start als Freiwillige zurück.
Beim ersten Einsatz begleitete Silvia Steffen eine Frau aus dem Seeburgquartier regelmässig auf gemeinsamen Spaziergängen, teilweise bei Wind und Wetter. Beim zweiten Einsatz war sie einmal pro Woche mit einer Frau im Rollstuhl aus dem Al-tersheim im Dorf unterwegs. «Anfänglich hatte ich in den Armen Muskelkater, mit der Zeit ging es mit dem Rollstuhl aber immer besser», erinnert sich Silvia Steffen schmunzelnd an diese Zeit. Seit dem letzten Oktober unterstützt sie eine 90-jährige Frau aus dem Dorf, geht mir ihr spazieren und fährt sie am Freitagvormittag jeweils zur Logopädie ins Spital.
Auch wenn Spaziergänge und kleinere Ausflüge im Mittelpunkt stehen: Ebenso wichtig sind die Gespräche, die man bei einem feinen Kaffee sehr gut führen kann. «Man erzählt sich gegenseitig aus dem Leben und lässt die gute alte Zeit in Küssnacht wieder hochleben. Dies ist für beide Seiten sehr bereichernd. Die Nachbarschaftshilfe im Bezirk Küssnacht ist eine sehr gute Sache. Wenn wir uns treffen, strahlen die Leute. Die Unterstützung und die Begleitung werden ausserordentlich geschätzt.»
Silvia Steffen sieht in der Nachbarschaftshilfe noch weitere wichtige Aspekte: «Als Freiwillige übernehme ich Verantwortung für eine Person und erhalte eine Aufgabe, welche meinem Alltag eine gewisse Struktur gibt. Anderseits kann ich auch persön-lich profitieren. Einerseits durch den Austausch mit den Personen, welche ich unterstütze und begleite. Anderseits durch die Treffen mit den anderen Freiwilligen der Nachbarschaftshilfe und durch Vorträge, welche die Infostelle für Altersfragen für uns organisiert.»

Mägi Binder, Vermittlerin
Die Infostelle für Altersfragen des Bezirks Küssnacht wird in der Nachbarschaftshilfe durch Mägi Binder, Mitglied des Seniorenrates, unterstützt. Als ehrenamtlich tätige Vermittlerin begleitet sie die Freiwilligen und die Nutzer während des gesamten Einsatzes. «Beim ersten Kennenlerngespräch äussern die Nutzer ihre Bedürfnisse. Ich schaue dann, ob sich diese mit den Vorstellungen der Freiwilligen decken. Ist dies der Fall, startet die Nachbarschaftshilfe und es wird gleich der erste Termin für eine Begleitung oder Unterstützung vereinbart», erklärt Mägi Binder.
«Beliebt sind Spaziergänge an der frischen Luft, der Gedankenaustausch beim Käfele und das gemeinsame Einkaufen. Freiwillige Personen helfen aber auch beim Zügeln, hängen Bilder auf, führen kleine Reparaturen aus und schauen einen Drucker genauer an, wenn er nicht mehr richtig funktioniert. Es geht dabei um kleine Hilfestellungen. Selbstverständlich wollen wir die Handwerker nicht konkurrenzieren.» Für Mägi Binder ist die Nachbarschaftshilfe im Bezirk Küssnacht eine tolle Sache. «Ich schätze den Kontakt zu beiden Seiten sehr, ich möchte nichts anderes. Es ist eine wahre Freude, wie sich die Freiwilligen engagieren und wie die Nutzer die Begleitung und Unterstützung mit grosser Dankbarkeit entgegennehmen. Ich hoffe, dass wir mit einer guten Mund-zu-Mund-Propaganda weitere Nutzerinnen und Nutzer im Bezirk Küssnacht ansprechen können. Wir verfügen über genügend Freiwillige, welche die verschiedenen Bedürfnisse abdecken.»